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WEIMARER KULTUR-EXPRESS ZU GAST AN GSS

Donnerstag, 12.12.09

Eingeladen vom Fachbereich Deutsch der Gesamtschule gastierte der Weimarer-Kulturexpress letzten Donnerstag in der Sporthalle der Gesamtschule und präsentierte den Schülern und Schülerinnen der 9. und 10. Klassen das historische Bühnenstück 'Die Weiße Rose'.  Runde 60 Minuten hielten die beiden jungen Schauspieler (Anita Stenke und Andreas Meyer) das Publikum fest in ihrem Bann - wen wundert es - waren es doch die letzten 60 Minuten von Hans und Sophie Scholl vor ihrer Hinrichtung.


Historisch gesichert ist, dass Hans und Sophie Scholl, beide Mitglieder der Widerstandsbewegung 'Die weiße Rose', von den Nationalsozialisten am 22. Februar 1943 im Gefängnis München-Stadelheim auf dem Schafott (Fallbeil) hingerichtet wurden - wegen Hochverrat und Wehrkraftzersetzung.  'Es lebe die Freiheit', erklärte der 25-jährige Münchner Medizinstudent Hans Scholl vor seiner Hinrichtung. Und seine 22-jährige Schwester Sophie, Biologie- und Philosophiestudentin, sagte dem Volksgerichtshof: 'Was wir sagten und schrieben, denken ja so viele. Nur wagen sie nicht, es auszusprechen.'  Nun, was hatten sie getan - seit Mitte 1942 hatten sie in München Flugblätter verteilt mit Slogans wie z.B. 'Hitler kann den Krieg nicht gewin­nen, nur verlängern!'  Dabei wurden sie vom Hausmeister der Münchener Universität erwischt und an die Gestapo denunziert.

geschwister_scholl1Im Stück sind Sophie und Hans Scholl zusammen in einer Zelle und warten auf ihre Hinrichtung; abwechselnd voller Angst, großer Beklemmung und dann doch wieder mit Mut dem Tod ins Auge sehend, reflektieren sie (in Rückblenden) ihre Taten des Widerstands und beschlie­ßen erhobenen Hauptes dem Regime auch im Moment des Todes zu 'trutzen'.   

Zur Bühne: Die spärliche Kulisse einer tristen Gefängniszelle, eine handvoll Re­quisiten, ein paar zusätzliche Beleuch­tungsstrahler - mehr war da eigentlich nicht!  Mehr brauchte das Zwei-Personen Bühnenstück auch nicht; die schauspie­lerische Leistung, die Bühnenpräsenz und die Rasanz und der Gehalt der Dialoge der beiden jungen Darsteller waren von hoher Qualität und geeignet, die Span­nung permanent hoch zu halten und eine echte Betroffenheit bei dem jungen Publi­kum zu erzeugen.

 

So war es auch kaum verwunderlich, dass nur wenige Schüler die Gelegenheit nutz­ten, den Schauspielern nach Ende der Auf­führung Fragen zu stellen - vielen fehl­ten aus Betroffenheit schlicht die Worte.        

geschwister_scholl2Bleibt zu hoffen, dass auch in Zukunft 'außerschulische Kultur' an die Gesamt­schule geholt werden kann - dem Förder­verein sei an dieser Stelle und in dieser Sache herzlich gedankt für die freundliche finanzielle Unterstützung (2 € Zu­schuss für alle Schüler/innen) - wie für so viele andere Veranstaltungen in der Vergangenheit.

 

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