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’UND DANN KAM ALEX’

  (Ein ausführlicher Bericht von Victoria Weitz, Klasse G9.2, Gesamtschule Schenklengsfeld)

Schenklengsfeld, 29.05.09

Für die Jahrgangsstufen acht und neun der Gesamtschule Schenklengsfeld hieß es in den letzten beiden Stunden vor dem Pfingstwochen-ende: ’Ranzen packen und den Weg in Richtung Sporthalle einschlagen!’  Denn genau dort warte-ten bereits die zwei Schauspieler des Berliner Theaterensemble "Radiks" auf die Schüler und darauf, mit der Aufführung des Theaterstücks "Und dann kam Alex" zu beginnen.  Doch zu-nächst begrüßte Schulleiter Herr Ruhl die Schau-spieler und Schüler, sagte ein paar Worte zum Theaterstück und dann ging es auch schon los:  "Hey, hier kommt Alex! Vorhang auf - für ein kleines bisschen Horrorschau." Ein Textausschnitt aus einem Lied der Band "Die Toten Hosen".

 

Zum Bühnenaufbau:

Einen Vorhang gab es nicht. Und auch die restlichen Requisiten fielen eher spärlich aus: ein Tisch, ein paar Stühle. So viel mehr war da nicht, aber eine Horrorshow gab es. Oh ja, die gab es. Darauf lies schon der erste Blick deuten, denn der Hintergrund des Bühnenbilds bestand aus einer weißen Wand mit roten Spritzen. Blut. Ein Zeichen für Gewalt.

 

Dramatischer Beginn:

Alex steht vor dem blutverschmiertem Hintergrund. Er hebt seine Hand und setzt eine Waffe an seinen Kopf.  Plötzlich hört er die Stimme seiner Mutter, die nach ihm ruft. An dieser Stelle entfaltet sich ein Zeitsprung. Das eigentliche Stück setzt ein und Alex beginnt zu erzählen.

 

Zum Inhalt:

Die Theateraufführung handelt von der Geschichte des Mobbing Opfers Alex, der seit vielen Jahren von seinen Schulkameraden gemobbt und gedemütigt wird.  Alex' Welt ist geprägt durch fehlende Nähe und Anerkennung, da die Beziehung zwischen ihm und seinen Eltern große Probleme aufweist und er keine Freunde hat.

An manchen Nachmittagen verabredet Alex sich zwar mit einem Mädchen, doch Jeanette gehört zu der Gang, von der Alex regelmäßig gemobbt wird und das Verhältnis der beiden ist aufgrund dieser Tatsache stark beeinträchtigt. Seine Ängste und Wünsche behält Alex für sich allein, da er niemanden zum Reden hat. Ein großer Fehler, wie sich später herausstellt, denn sein Schweigen ist ein einfaches Hilfsmittel für die Täter, mit der seelischen Gewalt weiter zu machen. Stattdessen denkt Alex, mit einer Mutprobe von den Schikanen der anderen loszukommen und schlägt eines Abends im Park einen alten, wehrlosen Mann zusammen. Doch seine Tat wird  von den anderen Jugendlichen im Park gefilmt und nun als Video in der Schule unter den Schülern herumgeschickt. Als die Lehrer davon erfahren, wird Alex zur Schulleitung gerufen, doch von Verzweiflung und Panik gepackt läuft er weg. Am nächsten Tag kommt er wieder, allerdings bewaffnet und mit dem Ziel, die Mitschüler zu einem Geständnis zu zwingen - nämlich dass sie ihn zu seiner Tat im Park gezwungen haben. Doch sein Vorhaben misslingt ihm und versehentlich löst sich ein Schuss aus seiner Waffe, der die Sekretärin trifft und tödlich verletzt. Schockiert über die am Boden liegende tote Frau, nimmt er einige Schüler als Geiseln und verbringt mehrere Stunden mit diesen in einem Raum. Hier hat er Zeit über die vergangenen Ereignisse nachzudenken. Doch so wie es scheint, sieht Alex keinen Ausweg mehr und beschließt, sich das Leben zu nehmen. Er hebt seine Hand, setzt die Waffe an seinen Kopf. Doch plötzlich wieder ein Schrei.

Diese Szene wurde am Anfang schon einmal gezeigt, doch nun folgt ein anderes Ende als zuvor. Denn es ist die Stimme von Jeanette, nicht die der Mutter. Das Mädchen steht im Zuschauerraum mit dem Blick fest auf Alex gerichtet. Einige Sekunden vergehen, doch dann senkt Alex die Waffe und die beiden laufen aufeinander zu und fallen sich in die Arme. Nach dieser Szene endete das Theaterstück mit tosendem Applaus aus den Publikumsreihen und die Akteure verließen die Bühne.

 

Diskussion und Kritik:

Nach der Aufführung  gab es für die Schüler Gelegenheit, den Schauspielern Fragen rund um das Thema Mobbing und die Schauspielerei zu stellen. Die eine oder andere Frage wurde da schon mal etwas privater, doch darauf reagierten die Akteure gelassen und ’zogen sich rhetorisch gekonnt aus der Affäre’. In dieser  ’Fragerunde’ nahmen die Schauspieler als ’Feedback’ Lob und ebenso Kritik entgegen und erklärten noch einmal ganz betont, dass Schweigen der größte Fehler bei der Mobbing Problematik sei. Aber nicht nur Fragen wurden beantwortet. Auch eine Diskussionsrunde über das Thema „Was tun bei Mobbing?“ wurde gestartet – mit äußerst guten und fruchtbaren Ideen. Einige Schüler meinten, das Stück, bzw. die Schauspieler hätte(n) sehr authentisch auf sie gewirkt und einige Szenen hätten durchaus ’Gänsehautgefühl’ verursacht.  Insgesamt hat  „Und dann kam Alex“ den Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule Schenklengsfeld gut gefallen und einen großen Einblick in das Leben und Denken eines ’Mobbing-Opfers’ gewährt. Das Theaterstück wurde auch im Unterricht vor- und nachbereitet, bzw. behandelt.

 


 

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