KOLLEGE ’DER ERSTEN STUNDE’ IN DEN RUHESTAND VERABSCHIEDET
Schenklengsfeld, 29.01.2010
Den 29.01.2010 wird Studienrat Rolf Pirrow wohl so schnell nicht vergessen – markiert er doch das Ende seiner aktiven Dienstzeit im Hessischen Schuldienst und nicht weniger als 30 Jahre Unterrichtstätigkeit an der Gesamtschule Schenklengsfeld. Streng genommen befindet er sich allerdings noch nicht (ganz) im Altersruhestand, beamtenrechtlich ist sein Status nun als ’passive Phase der Altersteilzeit’ definiert.
Sei es drum, Herr Pirrow brachte es in seiner prägnanten Abschlussrede
an die Kollegen und Kolleginnen während der Verabschiedungsfeier auf
den Punkt: „Ihr habt nun mehr Platz (im Lehrerzimmer) und ich habe mehr
Zeit.“ In der offiziellen Würdigung skizzierte Schulleiter Ruhl
zunächst den beruflichen Werdegang des langjährigen Kollegen.
Geboren,
aufgewachsen und zur Schule gegangen in Detmold, studierte Herr Pirrow
anschließend in Münster und Marburg (Mathematik und
Politikwissenschaft), sein Referendariat absolvierte er später an der
Gesamtschule und Modellschule Obersberg.
Seine Planstelle als
Studienrat zur Anstellung erhielt er im August 1979 an der Gesamtschule
Schenklengsfeld. Aber eigentlich war es zu diesem Zeitpunkt nur eine
im Bau, bzw. Aufbau befindliche Schule; Rolf Pirrow ist somit (aus
vereinsrechtlicher Sicht) so etwas wie ein Gründungsmitglied der GSS.
Entsprechend charakterisierte Herr Pirrow den zeitlichen Rahmen seiner
Dienstzeit an der Gesamtschule: ’Auf einer Baustelle (Aufbau)
angefangen, auf einer Baustelle (Umbau) den Dienst beendet.“ Seiner
Philosophie und seinen Prinzipien in punkto Pädagogik und
Unterrichtsstil sei er immer treu geblieben, den Kindern und
Jugendlichen genügend Freiraum zur Entwicklung von Persönlichkeit und
Eigenverantwortung einzuräumen, dies sei unter verschiedenen
Schulleitern nicht immer leicht gewesen, resümierte der erfahrene
Pädagoge. Und just zum Zeitpunkt seines Ausscheidens aus dem aktiven
Schuldienst fordert die Fachzeitschrift Erziehung und Wissenschaft
(Ausgabe 2/2010) von Schule und Pädagogen mehr ’Auszeit für
Jugendliche’ und mehr ’Loslassen’ (also weniger kasernenhaften Drill
und mehr Raum für Individualität) für Teenager in der Pubertät – als
späte Rechtfertigung seines pädagogischen Wirkens. Nun, für diejenigen
Kollegen und Kolleginnen, die sich gerne aus Rolf Pirrows umfangreichem
Material-Pool (für ihre eigene Unterrichtsvorbereitung) bedient haben,
heißt es leider jetzt auch: „Büro Pürrow geschlossen“! Lieber Rolf,
alles Gute in ’wiedergewonnener Freiheit’.
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