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ERZIEHUNG UND WERTE IM 21. JAHRHUNDERT
- Professor Dr. Struck klärt auf, überrascht & unterhält zugleich -

Schenklengsfeld, 16.09.2009
Der Einladung des Schulleiters zum Vortrag 'Erziehung und Werte' waren Eltern, Lehrer, Schüler und interessierte Gäste in so großer Zahl erschienen, dass das Bürgerhaus Schenklengsfeld bezüglich seiner Aufnahmefähigkeit (sprich Sitzplätze) fast an seine Grenzen stieß.

 

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Im Vorfeld waren bei der Schulleitung schon über 180 Anmeldungen von Seiten der GSS Elternschaft eingegangen, aber es wurden Mittwochabend auch zahlreiche Interessierte von außerhalb unserer Schulgemeinden (u.a. auch Schulleiter) gesichtet, so dass es wohl über 200 Gäste gewesen sein müssten. In seiner kurzen Begrüßung hieß Herr Ruhl das Publikum und Dr. Struck (Professor an der Uni Hamburg und einer der renommiertesten Erziehungswissenschaftler Deutschlands) willkommen; er wies aber auch darauf hin, dass das Thema Erziehung (und Schule) durch den jüngsten Amoktäter in München wieder eine traurige Aktualität erfahren habe.

In seinem rasanten, unterhaltsamen und, in punkto Informationsdichte, kaum zu überbietenden Vortrag räumte Professor Struck mit einer Vielzahl von Vorurteilen, Fehlannahmen und Fehlinformationen auf, so dass das gebannt zuhörende Publikum bisweilen ihrem 'Erstaunen durch Raunen' Luft machen musste. Alarmierend waren die Zahlen bezüglich der multimedialen Aufrüstung in deutschen Kinderzimmern - laut Struck ein Ersatz für Zuwendung und Erziehung.

Ähnlich verblüffend für die meisten Zuhörer waren die neuesten Erkenntnisse der Hirnforschung zum Thema Lernen: danach können Jugendliche - sind sie älter als 15 - eigentlich in den ersten beiden Schulstunden gar nichts lernen, denn sie befinden sich noch in der zweiten Tiefschlafphase! Auch die schlechten Schulergebnisse der Jungen (im Vergleich zu den Mädchen) wurde neurowissenschaftlich erklärt: Kaum ein Schüler oder Schülerin lernt etwas beim bloßen Zuhören oder Lesen (immer noch zwei der gängigsten Unterrichtsmethoden), aber das weibliche Gehirn arbeitet hierbei immerhin doppelt so gut wie das männliche - das erklärt (meint Struck), warum Männer den IKEASchrank nicht nach Bauanleitung zusammenbauen (können!), ihr Gehirn arbeitet am besten nach der Methode 'Versuch und Irrtum' (oder Erfolg).

Die Tatsache, dass alle Gäste bis zum Schluss aus-, bzw. durchhielten (mehr als zweieinhalb Stunden ohne die anschließende Diskussion) war allerdings der beste Beweis, dass Zuhören doch interessant sein kann - wenn vielleicht auch nur für die Älteren, also die, die nicht digital und multimedial vernetzt aufgewachsen sind! Hinweis: Sollte jetzt Ihre Neugier geweckt sein - Prof. Dr. Struck hat mehr als 20 Bücher veröffentlicht!

 

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